Scrum ist die bekannteste agile Vorgehensweise im Projektmanagement, entwickelt von Ken Schwaber und Jeff Sutherland. Sie beschreiben Scrum als Rahmenwerk, mit dem Teams komplexe Produkte mit dem höchstmöglichen Wert entwickeln können – „leichtgewichtig, einfach zu verstehen, aber schwierig zu meistern“.
Auf einen Blick: Agiles Rahmenwerk für komplexe Produkte · Arbeit in kurzen Zyklen (Sprints) · drei Rollen, vier Ereignisse, drei Artefakte · Grundprinzip Empirie: Wissen aus Erfahrung gewinnen und ständig nachsteuern
Das Grundprinzip: Empirie
Scrum basiert auf empirischer Prozesssteuerung – Wissen wird aus Erfahrung gewonnen, Entscheidungen werden auf Grundlage des Bekannten getroffen („Learning by doing“). Drei Säulen tragen dieses Prinzip:
- Transparenz: Alle wichtigen Aspekte des Prozesses sind für jeden sichtbar, der für das Ergebnis Verantwortung trägt.
- Überprüfung: Fortschritt und Arbeitsergebnisse werden laufend gegen das Sprint-Ziel geprüft.
- Anpassung: Weicht etwas vom akzeptablen Rahmen ab, wird so schnell wie möglich nachgesteuert.
Das Scrum-Team
- Product Owner: Eine einzige Person, die alle fachlichen Entscheidungen zum Produkt trifft. Sie vermittelt dem Team die Produktvision – die Grundlage für Motivation und Richtung.
- Scrum Master: Sorgt dafür, dass Scrum verstanden und gelebt wird, und räumt dem Team Hindernisse aus dem Weg.
- Entwicklungsteam: Organisiert sich selbst und liefert am Ende jedes Sprints ein nutzbares Produktinkrement.
Die vier Ereignisse
- Sprint Planning: Das Team plant, was im kommenden Sprint erreicht werden soll.
- Daily Scrum: Tägliche, kurze Abstimmung – was ist geschafft, was kommt als Nächstes, was blockiert?
- Sprint Review: Am Sprint-Ende wird das Ergebnis vorgestellt und Feedback eingeholt.
- Sprint Retrospektive: Das Team reflektiert die Zusammenarbeit und verbessert sie kontinuierlich.
Der Rahmen für alles ist der Sprint: ein gleichbleibender Zyklus von maximal vier Wochen, an dessen Ende ein fertiges, nutzbares Ergebnis steht.
Die Artefakte
- Product Backlog: Die geordnete Liste aller Anforderungen an das Produkt – gepflegt vom Product Owner.
- Sprint Backlog: Die für den aktuellen Sprint ausgewählten Aufgaben.
- Inkrement: Das nutzbare Produktergebnis am Ende jedes Sprints.
Wann Scrum passt
Scrum spielt seine Stärken aus, wenn Anforderungen sich ändern und das Produkt komplex ist: Statt monatelang einem starren Plan zu folgen, liefert das Team in kurzen Zyklen – und lernt mit jedem Sprint dazu.