Change it, leave it or love it!
Design Thinking ist eine systematische Innovationsmethode – am besten übersetzt mit „erfinderischem Denken“. In einem Workshop von ein bis drei Tagen entwickelt ein interdisziplinäres Team neue Lösungen für bestehende Probleme. Der Maßstab ist dabei immer derselbe: Was brauchen die Menschen, für die wir entwickeln, wirklich?
Bevor der eigentliche Prozess startet, grenzen wir den Suchraum mit einer Ausgangsfrage ein – der „Challenge“. Zum Beispiel: „Wie können sich Berufsanfänger in 90 Sekunden bewerben?“ Diese Frage begleitet das Team durch alle sechs Schritte.
Wer ist unsere Zielgruppe, und was braucht sie? Hilfreiche Werkzeuge sind hier Personas sowie die Beschreibung der „Jobs to be done“ und der „Pains and Gains“. Im Beispiel: Wir fokussieren uns auf Studierende zwischen 22 und 28, die sich per kurzem Videoclip bewerben möchten.
Die wichtigste Phase – und die, die am meisten Empathie erfordert. In qualifizierten Interviews („Needfinding“) dringen wir zum Kern der Bedürfnisse vor. Im Beispiel zeigt sich: Die Zielgruppe ist skeptisch, ob ein professionelles Video in so kurzer Zeit machbar ist – und will nicht, dass es für immer gespeichert bleibt. Solche Erkenntnisse entscheiden über Erfolg oder Misserfolg einer Idee.
Die gesammelten Beobachtungen werden verdichtet: Das Team einigt sich auf eine gemeinsame Sichtweise auf das Problem – aus der Perspektive der Nutzer.
Jetzt wird divergent gedacht: möglichst viele Ideen, ohne frühe Bewertung. Erst danach wählt das Team die vielversprechendsten Ansätze aus.
Die besten Ideen werden schnell greifbar gemacht – mit einfachen Mitteln wie Papier, Lego oder Klick-Dummys. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, etwas in der Hand zu haben, das man zeigen kann.
Der Prototyp kommt zu echten Nutzern. Ihr Feedback fließt zurück in den Prozess – und oft beginnt eine neue Runde. Genau diese Schleifen machen die Lösungen Schritt für Schritt besser.
Design Thinking ist mehr als ein Workshop-Format: Es ist ein Lernprozess für nutzerzentrierte Produkt- und Dienstleistungsentwicklung. Die Teilnehmer bauen sich ein Portfolio an Innovationswerkzeugen auf, das sie danach in jedem Projekt einsetzen können.