Methoden

Design Thinking

Change it, leave it or love it!

Design Thinking

Design Thinking ist eine systematische Innovationsmethode – am besten übersetzt mit „erfinderischem Denken“. In einem Workshop von ein bis drei Tagen entwickelt ein interdisziplinäres Team neue Lösungen für bestehende Probleme. Der Maßstab ist dabei immer derselbe: Was brauchen die Menschen, für die wir entwickeln, wirklich?

Auf einen Blick: Ziel sind neue, nutzerzentrierte Lösungen für bestehende Probleme · interdisziplinäres Team · strukturierter Prozess in sechs Schritten (nach der Methode des HPI Potsdam) · typische Dauer: Workshop von 1–3 Tagen

Alles beginnt mit der Challenge

Bevor der eigentliche Prozess startet, grenzen wir den Suchraum mit einer Ausgangsfrage ein – der „Challenge“. Zum Beispiel: „Wie können sich Berufsanfänger in 90 Sekunden bewerben?“ Diese Frage begleitet das Team durch alle sechs Schritte.

Die sechs Schritte

1. Verstehen

Wer ist unsere Zielgruppe, und was braucht sie? Hilfreiche Werkzeuge sind hier Personas sowie die Beschreibung der „Jobs to be done“ und der „Pains and Gains“. Im Beispiel: Wir fokussieren uns auf Studierende zwischen 22 und 28, die sich per kurzem Videoclip bewerben möchten.

2. Beobachten

Die wichtigste Phase – und die, die am meisten Empathie erfordert. In qualifizierten Interviews („Needfinding“) dringen wir zum Kern der Bedürfnisse vor. Im Beispiel zeigt sich: Die Zielgruppe ist skeptisch, ob ein professionelles Video in so kurzer Zeit machbar ist – und will nicht, dass es für immer gespeichert bleibt. Solche Erkenntnisse entscheiden über Erfolg oder Misserfolg einer Idee.

3. Standpunkt definieren

Die gesammelten Beobachtungen werden verdichtet: Das Team einigt sich auf eine gemeinsame Sichtweise auf das Problem – aus der Perspektive der Nutzer.

4. Ideen finden

Jetzt wird divergent gedacht: möglichst viele Ideen, ohne frühe Bewertung. Erst danach wählt das Team die vielversprechendsten Ansätze aus.

5. Prototypen entwickeln

Die besten Ideen werden schnell greifbar gemacht – mit einfachen Mitteln wie Papier, Lego oder Klick-Dummys. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, etwas in der Hand zu haben, das man zeigen kann.

6. Testen

Der Prototyp kommt zu echten Nutzern. Ihr Feedback fließt zurück in den Prozess – und oft beginnt eine neue Runde. Genau diese Schleifen machen die Lösungen Schritt für Schritt besser.

Aus der Praxis: Zwei Tage gegen die Einsamkeit

Wie viel in kurzer Zeit möglich ist, zeigt ein Projekt an der Universität Ulm, das Johannes Rein betreut hat. Vier Studierende stellten sich einer ernsten Challenge: Wie lässt sich der Einsamkeit unter Studierenden begegnen? Statt über Betroffene zu sprechen, sprachen sie mit ihnen – in Interviews mit Studierenden, die genau das erleben.

Aus diesen Gesprächen entstand in nur zwei Workshop-Tagen ein klickbarer Prototyp für eine hybride Community-App. Sie bringt Studierende mit ähnlichen Interessen zusammen, macht den ersten Kontakt so niederschwellig wie möglich und schlägt kleine, konkrete Aktivitäten vor – etwa einen thematischen Spaziergang oder eine offene Lerngruppe. Internationale Studierende finden darüber Sprachpartner und Anschluss.

Das Beispiel zeigt, worauf es ankommt: nicht die perfekte Idee am ersten Tag, sondern ein ehrlicher Blick auf die Bedürfnisse der Menschen – und der Mut, schnell etwas Greifbares zu bauen.

→ Zum Blogartikel „Zwei Tage gemeinsam gegen die Einsamkeit“

Was Innovation wirklich braucht

Methoden allein machen noch keine Innovation. Am Beispiel von Star Wars lässt sich zeigen, was hinzukommen muss: eine Vision, an die man auch gegen Widerstände glaubt, neue Technik, die eine Idee überhaupt erst umsetzbar macht – und vor allem die richtigen Menschen. George Lucas umgab sich mit unkonventionellen, kreativen Köpfen, die Dinge anders sahen.

Genau hier setzt Design Thinking an: Das interdisziplinäre Team bringt unterschiedliche Blickwinkel zusammen, und der Prozess schafft einen geschützten Raum, in dem auch ungewöhnliche Ideen eine Chance bekommen.

→ Zum Blogartikel „Die Kraft der Innovationen“

Wann sich Design Thinking lohnt

Design Thinking spielt seine Stärken aus, wenn …

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Design-Thinking-Workshop?

Für einen ersten Durchlauf mit greifbarem Prototyp reichen meist ein bis drei Tage. Größere Vorhaben begleiten wir auch über mehrere Wochen und in mehreren Schleifen.

Wer sollte teilnehmen?

Ideal sind fünf bis acht Personen mit unterschiedlichem Hintergrund – etwa aus Vertrieb, Entwicklung und Service, möglichst mit direktem Kundenkontakt. Die Vielfalt der Blickwinkel ist ein zentraler Erfolgsfaktor.

Was ist der Unterschied zu Scrum?

Design Thinking hilft, das richtige Problem zu finden und eine passende Lösung zu entwerfen. Scrum hilft, diese Lösung anschließend Schritt für Schritt umzusetzen. Beide Methoden ergänzen sich.

→ Zum Blogartikel „Design Thinking vs. SCRUM“

Was bleibt

Design Thinking ist mehr als ein Workshop-Format: Es ist ein Lernprozess für nutzerzentrierte Produkt- und Dienstleistungsentwicklung. Die Teilnehmer bauen sich ein Portfolio an Innovationswerkzeugen auf, das sie danach in jedem Projekt einsetzen können.

Sie möchten Design Thinking mit Ihrem Team erleben? → Zum Seminar Design Thinking · Kontakt aufnehmen

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